Immer mehr technische Systeme arbeiten über einen langen Zeitraum hin
autonom in einer unter Umständen gering spezifizierten Umgebung. Man denke
hier zum Beispiel an autonome Roboter für Rettungsaufgaben oder
Fernerkundung. Darüber hinaus führen die hohen Anforderungen an autonome
Systeme bezüglich Leistungsfähigkeit, Effizienz und Fehlertoleranz zu immer
komplexeren Systemen, deren Verhalten durch eine gezielte Interaktion der
mechatronischen Systemkomponenten erreicht wird. Dies erfordert ein
leistungsfähiges Automatisierungskonzept, welches das Potential des
mechatronischen Systems voll ausnutzt und mögliche Systemfehler mittels
Systemadaption und autonomer Rekonfiguration korrigiert.
In meinem Vortrag greife ich diese Thematik auf und präsentiere einen modellbasierten
Lösungsansatz zur Automatisierung komplexer mechatronischer Systeme.
Die Basis dafür ist ein sogenanntes hybrides Modell, welches das gemischt
kontinuierlich/diskret-wertige Verhalten der einzelnen Systemkomponenten und
deren Interaktion beschreibt. Dieses Modell ermöglicht die Ermittlung des
Systemzustandes durch Zustandsbeobachtung aus wenigen, messtechnisch
erfassten Systemgrößen und dient weiters als Basis zur Berechnung einer gemischt
kontinuierlich/diskret-wertigen Kontrollsequenz. Neben einer Darstellung des
Gesamtkonzeptes möchte ich anhand der Zustandsbeobachtung zeigen, wie
klassische Methoden aus der System- und Regelungstechnik zusammen mit
Methoden aus der Künstlichen Intelligenz eine rechentechnisch effiziente on-line
Beobachtung und Diagnose ermöglichen. Aufbauend auf diese
Zustandsbeobachtung bestimmt ein sogenannter hybrider Regler eine gemischt
kontinuierlich/diskret-wertige Kontrollsequenz, um das System vom ermittelten
Zustand in einen aufgrund der Systemfunktion gewünschten Endzustand
überzuführen. Als Ausblick werde ich einen modell-basierten Lösungsansatz für
diese Regelungsaufgabe besprechen.
Dr.-tech. Michael Walter Hofbaur Wann: Donnerstag, 27. Juli 2006, 15:30 Uhr (s.t.) Wo: Hörsaal B, Universität Klagenfurt