Prof. Dr.-Ing. Sergej Fatikow

Roboterbasierte Automatisierung der Nanohandhabungsprozesse

Zum Vortrag:

Die rasante Entwicklung der Nanotechnologie hat in letzter Zeit zu einem weiteren Schub für die Erforschung roboterbasierter Nanohandhabung geführt. Man kann oft nur durch eine mechanische Einwirkung auf nanoskalige Objekte ihre Eigenschaften ermitteln und so mehr über die Nanowelt erfahren.. Verbiegen von Kohlenstoff-Nanoröhren, „Kratzen“ an Nanoschichten oder Verschieben von Nanopartikeln gehören mittlerweile zu Standardmitteln der Nanoforschung, um nur einige Beispiele zu nennen. Hier ist der Mensch auf die Hilfe von Mikro- und Nanorobotern angewiesen. Die Anhängsel „Mikro“ und „Nano“ implizieren nicht – wie manchmal angenommen – die Robotergröße, sondern die Größe der Handhabungsobjekte und die entsprechende Positioniergenauigkeit des Roboters. Gleichzeitig ist auch eine starke Miniaturisierung des Roboters für viele Anwendungen von Vorteil oder gar unumgänglich. Durch die Vereinigung von Präzision und Mobilität in einem Roboter können flexible, vielseitig einsetzbare Handhabungsstationen aufgebaut werden. Das modulare Roboterdesign – mobile Plattform, Manipulator, Greifer – ermöglicht eine einfache Umrüstung der Station für unterschiedliche Anwendungen. Roboter werden entweder unter einem Lichtmikroskop oder in einem Rasterelektronenmikroskop (REM) eingesetzt. Liegen Präzisionsanforderungen der Anwendung im Nanometerbereich, dann ist die Handhabung im REM oft der einzig mögliche Weg, um Bewegungen von wenigen Nanometern sichtbar und kontrollierbar zu machen. Anwendungsschwerpunkte der Mikro- und Nanorobotik liegen neben der Nanotechnologie vor allem in der Mikroproduktion, Messtechnik, Materialforschung, Medizintechnik und Biotechnologie. Der Vortrag befasst sich mit Implementierung einzelner Komponenten einer automatisierten Nanohandhabungsstation im REM und einigen Anwendungen dieser Desktop-Station.


Sprecher: Prof. Dr.-Ing. Sergej Fatikow
Wann:     Donnerstag, 27. Juli 2006, 13:00 Uhr (s.t.)
Wo:       Hörsaal B, Universität Klagenfurt