O.Univ.-Prof. Dr. Thomas Eiter

Das IMPACT System für Heterogene Software Agenten

Die Forschung auf dem Gebiet der Technologie für ``intelligenten Agenten'' hat neuerdings einen enormen Aufschwung erfahren. Die Anwendungen reichen dabei von intelligenter Filterung elektronischer Post über Börsenbeobachtungen bis zu Informationsdiensten, die heterogene Wissensbasen ansprechen und kombinieren. Auf lange Sicht muß eine Plattform zur Programmierung von Software-Agenten ein breites Spektrum von neuen bis zu alten Programmen (legacy code) berücksichtigen. Eine solche Plattform ist IMPACT, die in einer multilateralen Kooperation entwickelt wird (Univ. Maryland, Koblenz-Landau, Mailand, Bar-Ilan Univ., TU Wien). Ein wichtiger Aspekt von IMPACT ist dabei eine Aktionssprache, in der das Verhalten eines Agenten auf ein Ereignis hin festgelegt wird. Es ist gewünscht, daß die Sprache deklarativ ist und auf Regeln aufbaut. Zudem sollen Sprachkonstrukte es ermöglichen, die Verpflichtung, Erlaubtheit und Verbotenheit der Ausführung von einzelnen Aktionen (bekannt als deontische Modalitäten) auszudrücken.

Im Rahmen des Vortrags wird das IMPACT System kurz vorgestellt und speziell auf die Aktionssprache eingegangen. Diese beinhaltet Agenten-Programme, die aus Regeln bestehen, deren atomare Bestandteile Aussagen über den Status einzelner Aktionen (Aktion ist verboten, auszuführen, ...) und Bedingungen über den lokalen Zustand des Agenten sind. Die Semantik von Agenten-Programmen wird durch Status-Mengen definiert, die die auszuführenden Aktionen festlegen, wobei Prinzipien der deontischen Logik einfließen. Der Ansatz erlaubt insbesondere, das Verhalten eines Agenten in Normalsituationen (Default-Regeln) einfach zu repräsentieren. Die Entwicklung von Agenten-Programmen wird in IMPACT durch eine Agenten-Entwicklungsumgebung (IADE) unterstützt. Anwendungen, etwa die Integration heterogener Daten im logistischen Bereich, sind bereits in IMPACT realisiert worden.



 
Referent:  O.Univ.-Prof. Dr. Thomas Eiter,
           Abteilung für Wissensbasierte Systeme
           Institut für Informationssysteme 
           Technische Universität Wien

Zeitpunkt: Freitag, 17. März 2000, 14 Uhr c. t.

Ort:       HS 3 der Universität Klagenfurt


O.Univ.-Prof.Dr. Thomas Eiter hat an der TU Wien Informatik studiert und sich dort auf einer Planstelle für das Fach Informationssysteme habilitiert (1995). Seine aktuellen Forschungsinteressen sind Wissensrepräsentation und Schliessen, logische Programmierung und Datenbanken, wissensbasierte Agenten, sowie Algorithmen und Komplexität in der AI. Dr. Eiter war Professor für Informatik an der Justus-Liebig-Universität Giessen, bevor er im Herbst 1998 an die TU Wien wechselte, wo er derzeit die Abteilung für Wissensbasierte Systeme des Instituts für Informationssysteme leitet.