Der Enwurf von Datenbankschemata wird schrittweise durchgeführt und beinhaltet insbesondere die semantische Modellierung der Anwendung, die abstrakt logische Formalisierung und die Deklaration konkreter Schemata. Pivotisieren dient der Verbesserung abstrakt logischer Formalisierungen. Objektorientierte Datenbanken arbeiten mit Objektidentifikatoren und erlauben damit abstrakte Verweise auf Objekte. Dadurch werden im Vergleich mit dem werteorientierten relationalen Ansatz neue Möglichkeiten geboten, zusammengesetzte Strukturen in ihre einfacheren Bestandteile zu zerlegen. Diese Möglichkeiten werden anhand eines einfachen Beispiels erläutert, bei dem das Pivotisieren der objektorientierten Formalisierung als Gegenstück zur wohlbekannten Zerlegung durch Projektion der relationalen Formalisierung erscheint. Die allgemeine Transformation des Pivotisierens wird im Rahmen der F-Logik formal definiert. Anschaulich bewirkt Pivotisieren, daß Information, die zunächst an ein eine Beziehung darstellenden Datenbankobjekt angehängt ist , zu einem Objekt verlagert wird, das eine Entität in der Außenwelt modelliert. In besonderen Situationen erzeugt das Pivotisieren auch eine neue Unterklasse in der Klassenhierarchie. Die Anwendbarkeit des Pivotisierens wird durch die gegebenen semantischen Bedingungen bestimmt. Diese werden auch dazu benutzt, um heuristisch zu entscheiden, wann Pivotisieren empfehlenswert erscheint unter dem Gesichtspunkt des "Optimierens zur Entwurfszeit". Ein Spezialfall, das sogenannte Eigenschaft-Pivotisieren, wird genauer untersucht. Eine erste Aussage bestimmt genau die Bedingungen, unter denen das Pivotisieren die Anwendungssemantik erhält. Eine zweite Aussage betrachtet, wann die Reihenfolge von wiederholt durchgeführten Pivotisieren unerheblich ist. Eine dritte Aussage bestimmt die Fälle, in denen wiederholt durchgeführtes Pivotisieren ein Schema erzeugt, für das funktionale Bedingungen auf "natürliche Weise" aufrechterhalten werden können.
Referent: Dr. Joachim Biskup, Universität Dortmund Zeitpunkt: Freitag, 29. November 1996, 14 Uhr Ort: HS 3 der Universität Klagenfurt