Maschinenintelligenz -
aus der Sicht eines Pessimisten
Joseph Weizenbaum war in den sechziger und siebziger Jahren im Bereich der
sogenannten "Künstlichen Intelligenz" am Massachusettes Institute of Technologie
(M.I.T.) tätig. Er hat zum erstenmal ein Programm konstruieren können, mit dem man
sich (durch eine Schreibmaschine) Englisch unterhalten konnte. Das Programm hat als
"Psychotherapeut" Gespräche nachgeahmt - oder karikiert, könnte man auch sagen -
in denen der Therapeut immer nur einfache Fragen stellt, um den Patienten ins
Gespräch zu bringen. Das Programm hat großes Aufsehen hervorgerufen und wurde
von vielen Menschen - sogar von Berufspsychologen - weit überbewertet. Das hat den
Autor sehr nachdenklich gemacht, und er wollte sich in einem kurzen Artikel gegen
diese Übertreibungen wenden. Es ist ihm aber bald klar geworden, daß hinter diesen
Fehlinterpretationen viel mehr steckt, als er ursprünglich vermutet hatte. So hat ihn
das Problem nie mehr losgelassen. Seit über zwei Jahrzehnten beschäftigt er sich mit
den verschiedensten gesellschaftlichen und philosophischen Themen, insbesondere mit
den Auswirkungen des Computers. Aus dieser Beschäftigung ist sein weltweit
bekanntes Buch "Computer Power und Human Reason" (Titel der deutschen Ausgabe:
"Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft") im Jahre 1976
entstanden. Seither hat Weizenbaum auf diesem Gebiet zahlreiche Vorträge gehalten
und Veröffentlichungen gemacht.