Diese Arbeit stellt einen neuen Ansatz zur automatischen Klassifikation von Dokumenten vor. Die Hauptidee erlaubt es dem Benutzer konsistente Mengen von Regeln zu definieren, welche interessante bzw. relevante Dokumentklassen charakterisieren. Metadaten, welche die Dokumente beschreiben, werden verwendet um zu berechnen bzw. abzuleiten welcher Klasse ein Dokument aufgrund der Regeln zuzuordnen ist. Ausser der Zuordnung von Dokumenten zu Klassen werden auch die Klassen selbst generiert bzw. gelöscht wenn neue Dokumente eingefügt oder bestehende entfernt werden. Klassifikationsregeln können zur Laufzeit hinzugefügt oder gelöscht werden wodurch eine flexible Klassifikationshierarchie entsteht, welche einfach an veränderte bzw. neue Anforderungen angepasst werden kann. Ein Kernaspekt unseres Vorschlages stellt eine Verschmelzung der Klassifikationshierarchie mit einer Verzeichnishierarchie vor um die Eigenschaften und Vorteile beider Konzepte in einem System zu vereinen. Das Konzept von Verzeichnissen hat eine sehr bekannte Semantik und kann von Benutzern leicht verstanden werden. Viele existierende Softwaresysteme verwenden ebenso das Konzept von Verzeichnissen, um Informationen zu strukturieren. Während kein uns bekanntes System gleich mächtig, flexibel und einfach zu verwenden ist, bietet unser Ansatz die Möglichkeit der nahtlosen Integration unserer Konzepte in verzeichnisbasierte Systeme. Wir beschreiben Anwendungsgebiete und skizzieren Varianten von Architekturen für die Implementierung. Als Beweis für unser Konzept haben wir einen funktionierenden Prototypen entwickelt. Dieser erlaubt es Erfahrungen mit dem System zu machen und die Brauchbarkeit unsers Vorschlages zu demonstrieren bzw. dessen Mächtigkeit zu untersuchen.