Zunehmend werden die vielfältigen Möglichkeiten des Internets dazu genutzt, darüber Geschäfte abzuwickeln. Schlagwort dieser Entwicklung ist "electronic Commerce". Eine spezielle Ausprägung davon ist der Business-to-Business electronic Commerce Bereich, ein Begriff, welcher für die elektronische Abwicklung von Geschäftsprozessen zwischen Geschäftspartnern über das Internet steht. Eine wesentliche Anforderung im diesem Bereich ist der elektronische Austausch von Geschäftsdokumenten, zusammengefaßt im Begriff Electronic Data Interchange (EDI). Traditionelles EDI setzt Standards wie UN/EDIFACT oder ANSI X.12 zur Definition der Nachrichten ein, typischerweise innerhalb eines Value Added Networks (VAN), welches die notwendige Netzwerkinfrastruktur und Services wie z.B. Sicherheit oder Nachvollziehbarkeit der Transaktionen zur Verfügung stellt. Die Kosten und der Aufwand bei der Realisierung einer traditionellen EDI Lösung verhinderten den breiten Einsatz in der Industrie, speziell im Umfeld von Klein- und Mittelunternehmen (KMUs). So nutzen zwar die Fortune 1000 Unternehmen EDI zur Automatisierung des Austausches von Geschäftsdokumenten, für Klein- und Mittelunternehmen stellt die Realisierung einer EDI Lösung jedoch zumeist eine Eintrittsbarriere dar. Das Internet als global verfügbares Netzwerk erweist sich dabei zunehmend als interessante Alternative zu den vergleichsweise teuren Services eines Value Added Network-Providers. Die eXtensible Markup Language (XML), eine Metasprache zur Beschreibung von Dokumentstrukturen, wird in der Fachpresse als die Lösung für das EDI Dilemma von Klein- und Mittelunternehmen positioniert. Ziel bei der Definition von XML war es, eine einfache Metadatenbeschreibungssprache zu entwickeln, um strukturierten Datenaustausch im Internet zu ermöglichen. Mehrere Initiativen wie z.B. die XML/EDI Groupl beschäftigen sich mit alternativen EDI Ansätzen und arbeiten an Konzepten, um die Stärken der EDI Welt mit den Stärken der XML Welt zu verknüpfen. Erscheint das Thema XML zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Diplomarbeit auch als Hype, so zeichnet sich doch ein zunehmender Trend vieler namhafter Softwarehersteller in Richtung Unterstützung von XML und Integration in ihre Produkte ab.