Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Signaturvergleich. Eine Signatur ist dabei die Schnittstellenbeschreibung einer Prozedur bzw. Funktion. Die Signatur besteht aus Paaren von Bezeichnungen und Typen, welche die einzelnen Parameter beschreiben, die an die Komponente übergeben bzw. von der Prozedur an den Aufrufer zurückgegeben werden. Trifft man die Annahme, dass die Parameter auch die Funktionalität einer Komponente bis zu einem gewissen Grad beschreiben, liegt es nahe die Signatur als Abfragekriterium für SW- Bibliotheken zu verwenden. Wir versuchen, die Komponenten so in einer SW-Bibliothek abzulegen, dass mit der Signatur als Schlüssel auf sie zugegriffen werden kann. Wird eine Abfrage gestellt, die aus einer Beispielsignatur besteht, werden jene Komponenten zurückgegeben, die in einer bestimmten Beziehung zur Beispielsignatur stehen. Die klassischen Signature-Matching-Verfahren untersuchen nur Beziehungen wie exakte Typgleichheit oder Sub- bzw. Supertypbeziehungen zwischen den gesamten Signaturen. Wir stellen die Grundlagen für ein Verfahren vor, dass auch die semantische Ähnlichkeit zwischen Signaturen unterstützt, die sich z.B. durch Namensgleichheit, Strukturgleichheit oder Enthaltensrelationen zwischen einzelnen Parametern manifestieren kann. Weiters wird auch vom Prinzip abgegangen, die Signaturen als ganzes zu betrachten. Dadurch wird es möglich, für jeden einzelnen Parameter zu spezifizieren in welcher Beziehung er zu dem Parameter in der Abfragesignatur stehen soll. Da dadurch die Anzahl der zurückgegeben Komponenten erhöht wird, ist das vorgestellte Verfahren als Filter für exaktere Verfahren zu verstehen, die wegen einer höheren Komplexität nicht direkt auf die gesamte SW-Bibliothek angewandt werden können. Anhand eines Prototyps wird die Funktionsweise genau dargestellt, einige Algorithmen für die Effizienzsteigerung diskutiert und gezeigt, wie ein Modula-3 Modul in die SW-Bibliothek eingefügt wird.