Objektorientierte Datenbanksysteme haben gegenüber relationalen Systemen in vielen Anwendungsgebieten eine Reihe von Vorteilen wie zum Beispiel die einheitliche Unterstützung von Struktur und Verhalten, die Möglichkeit der Vereinbarung komplexer Objekte und die Navigation entlang von Pfadausdrücken. Ein gravierendes Manko bei allen derzeit angebotenen Systemen ist jedoch die fehlende Unterstützung von Benutzersichten und von externen Schemata. Gerade dann, wenn objektorientierte Datenbanksysteme unternehmensweit für die Verwaltung aller Daten eingesetzt werden sollen, sind Mechanismen zur Schemastrukturierung und Schemamodularisierung unabdingbar für den reibungslosen Betrieb des Systems und für seine Weiterentwicklung. Manche Eigenschaften von Datenmodellen objektorientierter DBMS lassen diese für die Konzipierung von Sichtmechanismen als besonders gut geeignet erscheinen. Allerdings müssen solche Mechanismen auch der Komplexität der Modelle Rechnung tragen. Insbesonders sind dabei Vererbungs- und Aggregationsbeziehungen zwischen den Schemaelementen zu berücksichtigen, ebenso muß auch die Dynamik einbezogen werden. In dieser Arbeit wird ein Konzept zur Unterstützung von Sichten und externen Schemata in OODBMS vorgestellt, das sich schwerpunktmäßig mit genau diesen wichtigen Aspekten beschäftigt. An die Vermittlung eines Überblicks über den hier präsentierten Vorschlag schließt sich die Besprechung einer Reihe von anderen Arbeiten zu Sichten an. Es werden Kriterien entwickelt, anhand derer eine strukturierte Gegenüberstellung der Ansätze erfolgt. Nach der Festlegung der verwendeten Terminologie in Form der Besprechung des konzeptuellen Schemas wird im eigentlichen Kern der Arbeit die Konstruktion von externen Schemata erläutert. Als Grundparadigma wird von einer klaren Trennung von externer und konzeptueller Ebene ausgegangen. Die Erstellung externer Schemata beruht auf der Konstruktion abgeleiteter Typen und abgeleiteter Container. Dabei werden sowohl strukturelle als auch dynamische Aspekte (spätes Binden) behandelt. Dazu werden auch Integritätsbedingungen auf der Ebene einzelner Schemaelemente und auf Schemaebene angegeben. Es folgt die Präsentation eines Metaschemas für den vorgestellten Ansatz. Anhand eines umfangreicheren Beispiels kann der Einsatz der vorgestellten Konstrukte zur Sichtdefinition gezeigt werden. Eine zusammenfassende Bewertung des Ansatzes bildet gemeinsam mit einem Ausblick auf Erweiterungs- und Verbesserungsmöglichkeiten den Abschluß der Arbeit.